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Geschichte der Gemeinde Röschenz

 

Funde aus der Alt- und Mittelsteinzeit (40 000 - 4 000 v. Chr.) bezeugen die Anwesenheit von Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung. Sie fanden unter dem überhängenden «Tschäpperfels» an der Lützelstrasse Schutz.

Als die Rauracher, ein keltischer Stamm, um 500 v. Chr. in unser dünn besiedeltes Gebiet eindrang, mussten sie sich mit Rodungen den nötigen Lebensraum schaffen. Flurnamen, wie «Reute» oder «Rütti» deuten auf das Urbarmachen des Landes und die Tätigkeit des Rodens hin. Unsere Rauracher wurden mit dem Stamm der Helvetier auf der Suche nach einem milderen Klima 58 v. Chr. von den Römern bei Bibrakte besiegt. Sie mussten in ihre Heimat zurückkehren und standen jetzt unter römischer Verwaltung. Die Namen «Chall» oder «Welschweg» sind heute noch Zeugen aus jener Zeit. Überresten aus römischer Zeit weisen darauf hin, dass in der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts unser Dorf besiedelt war.

Um 500 liess sich der germanische Stamm, der Alemannen im Laufental, wie an anderen Orten der Schweiz, nieder. Sie betrieben Ackerbau und führten bei uns die «Dreifelderwirtschaft» ein. Diese Art, die Felder zu bewirtschaften, hat sich bei uns bis ins 20. Jahrhundert erhalten. Heute noch erinnern die Flurnamen «Ober-», «Hinter-» und «Niderfeld» an diese Ackerbaumethode.

Es gilt als wahrscheinlich, dass der «Hof Röschenz» im Jahre 1004 mit einer Schenkung des Kaisers Heinrich II. zum Fürstbistum Basel kam.

Die erste schriftliche Erwähnung von Röschenz stammt von 1290: In einem Zinsbuch des Basler Augustinerchorherrenstifts St. Leonhard findet sich unter den Schuldnern und Schuldnerinnen eine Frau namens Bela von Röschenz. An einer Stelle ist sie als Besitzerin eines Gartens (Ortus bele dicte de Roeschentzo) erwähnt, an einer anderen als Laienschwester ( bela conversa de Roeschentzo.

Die Ramsteiner, die das Schloss Zwingen zum Lehen hatten, verwalteten auch den «Hof» und setzten einen «Meier», einen Hofverwalter ein, der die Zinsen und andere Abgaben einzog. Ein einziger Halbadeliger «Von Röschenz» wurde mit der Heirat einer Elise Bärenfels, Witwe eines Ulmann Meltinger, aktenkundig. Mit dem Aussterben der Ramsteiner 1459 erlosch das Mannlehen und Röschenz fiel mit dem Schloss Zwingen wieder dem Bistum Basel zu.

Während der Bauernkriege erhoben sich auch die Untertanen im Laufental gegen den Fürstbischof, wobei auch die Röschenzer unter ihrem Anführer Fridolin Scherrer ihre «Rolle» spielten. Die Auflehnung der Orte Laufen, Liesberg, Wahlen und Röschenz gipfelte 1525 mit dem Eintritt ins Burgerecht mit der Protestantischen Stadt Basel. In der Folge traten die verburgrechteten Orte zum reformierten Glauben über. Unter dem Fürstbischof von Blarer (1589) wurden die Dörfer und Laufen mit viel Diplomatie und etwas Härte wieder katholisch.

1580 zählte Röschenz 160 Einwohner.

In der zweiten Hälfte des 30-jährigen Krieges (1618-1648) erlitt Röschenz unter den Schweden die Schrecken des Krieges. An der Pest starben allein in unserem Dorf 88 Personen.

Sicher vernahm Anna-Marie Weber in Alle vom Wunsch ihrer Heimatgemeinde, eine eigene Pfarrei zu bekommen. Sie vermachte 1723 «Reuschansse» 300 Pfund in Basler Währung für die Errichtung einer Kapelle, die der Hl. Anna geweiht sein soll. Im Mai 1725 wurde mit dem Mauermeister Umbher Anthonj ein Bauvertrag abgeschlossen. Mit dem Bau der Annakapelle wurde ein erster Schritt zur Unabhängigkeit der Pfarrei Laufen verwirklicht.

1793 wurde das Birstal französisch und gehörte dem Departement Mont-Terrible an. Röschenz zählte damals 343 Einwohner und gehörte zum Kanton Laufen. Im Jahre 1815 ging die französische Herrschaft zu Ende und das Laufental wurde am Wienerkongress dem Kanton Bern zugeteilt.

Einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit von Laufen machte Röschenz 1816 mit dem Bau eines Pfarrhauses (Pfarrhöfli). Unter Pfarrer Mendelin wurde 1827 mit dem Bau der spätklassizistischen Pfarrkirche begonnen. Die Annakapelle wurde abgerissen.

Bereits 1838 konnte das Schulhaus, die heutige Gemeindeverwaltung, seiner Bestimmung übergeben werden. Die Steinhauerarbeiten beweisen die damalige Verbundenheit der Röschenzer mit dem Natursteingewerbe.

1870 zählte unser Dorf 502 Einwohner. Es war eine harte Zeit. Der Hunger regierte im ganzen Laufental und viele wurden durch die wirtschaftliche Lage zur Auswanderung gezwungen. 1880 zählte unser Dorf 489 Einwohner.

Die nach rund 130 Jahren fällige Renovation der Pfarrkirche war zugleich Anlass für einen umfassenden Umbau mit wesentlicher Erweiterung. Die Arbeiten wurden 1966 vollendet.

Mit grosser Feierlichkeit wurde am 23. Oktober 1977 die neue Schulhausanlage «Fluh» eingeweiht. Mit einem Dorffest der Superlative wurde zur Finanzierung der Aula beigesteuert.

1980 zählte unser Dorf 1083 Einwohner.

Nachdem sich die Laufentaler nach einem langwierigen Prozedere für einen Anschluss an den Kanton Basellandschaft entschieden haben, gehört Röschenz seit dem 1. Januar 1994 zum Kanton Basellandschaft.

Gerhard Vitt

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