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20.10.2021 06:13:17


vorhergehendes Ereignis

Einblick in die Arbeit der Kunstdenkmäler-Autoren in Röschenz

 

Im vergangenen Frühling haben Prof. Dr. Axel Gampp und der Schreibende im Auftrag der Kantonalen Denkmalpflege das Kapitel zur Gemeinde Röschenz für das Buch zu den Kunstdenkmälern des Bezirks Laufen erarbeitet. Das Steinhauerdorf Röschenz ist aus kunsthistorischer Sicht besonders wertvoll: Angefangen bei der Römisch-katholischen Kirche St. Anna von 1827 und dem zehn Jahre später erbauten ehemaligen Schulhaus, dem heutigen Gemeindehaus. Beide Bauten haben Massstäbe für die Architektur im ganzen Laufental gesetzt: Der Baugedanke, die Kirchenfassade mit einem mittigem Turm auszustatten, verbreitete sich im Laufental rasch: Die kurz nach der Kirche in Röschenz erbauten Gotteshäuser in Duggingen, Grellingen und Wahlen lassen sich mit ihren Ein-Turm-Fassaden auf das Vorbild in Röschenz beziehen. Ähnlich verhält es sich beim Schulhaus: In Röschenz steht das erste von drei grossen klassizistischen Schulhäusern des Laufentals. Es geht zeitlich seinen Pendants in Blauen und Brislach voran. Mit seiner Pfeilerarkade im Erdgeschoss unterscheidet sich das Schulhaus in Röschenz deutlich von den beiden anderen.

In Röschenz war der Gestaltungswille gross: Zum Schulhaus wurde auch gleich ein Platz mitentworfen. Der originale Plan dazu hat sich erhalten und ist im Gemeindehaus zu besichtigen. Auch mit Holz wusste man in Röschenz stets umzugehen: Das im Kern aus dem späten 17. Jahrhundert stammende Sigristenhaus an der Unterdorfstrasse 2/4 bezeugt es mit seiner Holzzierde über den Hauseingängen und an der Dachtraufe.

Ortsbilder leben nicht nur von einzeln oder in Gruppen stehenden Häusern. Kleinbauten wie Wegkapellen, Brunnen oder Wegkreuze tragen zur Einmaligkeit des Ortes bei. Mit Wegkreuzen ist Röschenz reich gesegnet. Das erklärt sich daraus, dass das Dorf am Pilgerweg nach Kloster Mariastein liegt. Wer vom Dorf aus weiter bergauf Richtung Challpass geht, trifft kurz vor der Passhöhe auf eine Kreuzigungsgruppe. Sie ist 1920 entstanden und ein frühes Werk der heute für ihre fachgerechten Brunnenrenovationen bekannten Röschenzer Firma Bildhauerei und Steinwerk Weber AG.

Unsere Forschungen hat Herr Heinz Schwyzer, alt Gemeindeverwalter, tatkräftig unterstützt. Ihm gebührt an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Eine gute Übersicht zur Geschichte des Dorfes hat uns die lesenswerte Heimatkunde von 2002 gegeben.

An der Gemeinderatssitzung vom 2. November 2020 durfte der Schreibende die Kunstdenkmäler-Inventarisation dem Röschenzer Gemeinderat vorstellen. Dabei ist die Idee aufgekommen, für alle Interessierten einen Dorfrundgang anzubieten, um einige Kunstdenkmäler in Röschenz gemeinsam zu besichtigen. Sofern es die pandemiebedingte Situation erlaubt, wird dieser in der kommenden warmen Jahreszeit stattfinden.

 

Text und Fotos: Dr. phil. hist. Richard Buser, Kunstdenkmäler-Inventarisator des Kantons Basel-Landschaft


Kreuzigungsgruppe entstanden im Jahre 1920.
Kreuzigungsgruppe entstanden 1920 und ein frühes Werk der heute für ihre fachgerechten Brunnenrenovationen bekannten Röschenzer Firma Bildhauerei und Steinwerk Weber AG

  Einblick_in_die_Arbeit_der_Kunstdenkmaler-Autoren_in_Roschenz.pdf (pdf, 252.3 kB)


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